Wir stehen ihnen das ganze Jahr mit unserem Wissen, Können und unseren Erfahrungen zur Verfügung.
 
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Museumskreis

logo Leitung: Margarethe Conradt

Der Museumskreis kann inzwischen auf eine mehrjährige Geschichte zurückblicken. Margarethe Conradt organisiert mit Schwung und großem Engagement die Treffen und Ausstellungsbesuche, die die Kunstinteressenten u.a. schon nach Tübingen, Mannheim, Stuttgart, Karlsruhe und Künzelsau geführt haben.

Der Museumskreis trifft sich jeweils Donnerstags um 15:00 Uhr in der Harmonie, Heilbronn - Fügerzimmer, Auskünfte im Seniorenbüro

Programm des Museumskreises für das Jahr 2012
(Margarethe Conradt)
Donnerstag 02. Februar 2012, 15:00 Uhr Treffen Harmonie-Cafe
Dienstag, 07. Februar 2012 Schweinfurt, Museum Schäfer
Schweinfurt, "Carl Spitzweg und Künstler der Sammlung", bis 19.2.
Donnerstag, 1.März 2012, 15.00 Uhr Uhr Treffen Harmonie-Cafe
Dienstag, 6.März 2012 Baden-Baden, Museum Burda, "William N.Copley" Vermittler zwischen den Surrealisten und der Pop-Art-Bewegung Kurator: Götz Adriani", bis Anfang Juni
Donnerstag, 5.April 2012
(Gründonnerstag!),
15.00 Uhr
Treffen Harmonie-Cafe
Dienstag, 10.April 2012 Tübingen, 40 Jahre Kunsthalle, "Beuys, Warhol, Polke *Co."
Donnerstag, 3.Mai 2012, 15.00 Uhr Treffen Harmonie-Cafe
Dienstag, 8.Mai 2012 Stuttgart, Staatsgalerie, "William Turner-Claude Monet- Cy Twombly" bis 28.5.
Donnerstag, 7.Juni 2012, 15.00 Uhr Treffen Harmonie-Cafe
Dienstag, 12.Juni 2012 Stuttgart, Landesmuseum "Legendäre Meisterwerke aus Württemberg", das gibt es nur alle 150 Jahre!
Vorschau:
30.9.2012 bis 27.1.2013
Basel-Riehen: "Edgar Degas"
27.102012 bis 10.2.2013 Stuttgart Staatsgalerie "Mythos Atelier" von Caspar David Friedrich - Bruce Naumann

Weitere Informationen und Anmeldung im Seniorenbüro, Cäcilienstr. 1, Tel. 07131/96 28 31



Museumsausfahrt des Vereins Senioren für Andere
am 11.11.2008

Mit wenig Stau, dafür etwas mehr Regen erreichten wir im komfortablen Bus unser Ziel in Riehen. Anzumerken wäre, dass die Gruppe komplett im Bus saß, also auch die 5 Abweichler oder auch als Frühfahrer bekannt.

Das Gebäude der Fondation Beyeler ist für sich schon eine Augenweide. Von dem berühmten Architekten Renzo Piano konzipiert und am 18.10.1997 eingeweiht, beherbergt es die Sammlung Hildy und Ernst Beyeler und Sonderausstellungen. Wie unser geschätzter Herr Baumann einmal treffend erwähnt hat, bedarf dieser Bau eigentlich keiner Bilder, er ist schon ein Kunstwerk für sich.

Wir waren aber gekommen, um uns die Ausstellung „Mythos Venedig - von Canaletto und Turner bis Monet“ anzuschauen. Schon im Foyer wurden wir durch ein großes Foto auf Venedig eingestimmt. Niemand betritt Venedig als Fremder dieser Spruch sagt aus, dass fast jeder Besucher Venedig kennt und sein ganz eigenes Bild vor Augen hat.

















Canaletto eröffnete uns mit seiner Vedutenmalerei eine ganze Bühne, und wir waren mitten im Geschehen. Sehr treffend fand ich den Ausdruck: Bei ihm sieht man die Sonne strahlen! Wie geschätzt Canaletto schon zu Lebzeiten war, ergibt sich aus der Tatsache, dass er für seine Bilder schon 22 Secini und später 120 Secini erlöste, bei einem damaligen Jahresgehalt von durchschnittlich 15 Secini. Auch der große Meister Tiepol erlöste pro qm seiner Fresken nur 20 Secini.





















Im nächsten Saal sahen wir die Bilder von Francesco Guardi, einem Schüler Canalettos. Er führte die Vedutenmalerei fort, setzte aber neue Akzente mit seinen spiegelnden Wasserflächen und dem leichten Himmel in seinen Gemälden. Besonderes Augenmerk richteten wir auf die rituelle Vermählung des Dogen mit dem Meer. Dies war in Venedig möglich, weil die Macht des Dogen über der der Kirche stand.

William Turner lernte die Stadt Venedig durch Canalettos Werke kennen, allerdings war die Blütezeit Venedigs schon vorbei. So aquarellierte er Venedig nicht nur im gleißenden Gold des Sonnenaufgangs, sondern auch in düsterer Nacht. Lord Byron schrieb dazu: die Zeit entwich, doch die Schönheit bleibt hier. Das Gemälde Canaletti Painting ist eine Hommage an Canaletto.

1874 reiste Edouard Manet als erster prominenter französischer Maler nach Venedig Mit ihm begann die Plainair Malerei. Leider sind von seinen zahlreichen Venedig-Bildern nur 2 erhalten geblieben, und die gab das Shelburne Museum für diese Ausstellung frei. Manet zeigt keine touristische Panoramaansicht, sondern schlagkräftige Malerei. Die Lichtführung, die Bewegung des Wassers, die Spiegelungen und der tollkühne Pinselstrich ließen uns zum Teil des Bildes werden. Man belauschte die Gespräche in der Gondel und stellte sich vor, wer sich dort intim näher kam. . . .pst . . .sonst ist es nicht mehr intim.

Auguste Renoir saß ebenfalls mit seiner Staffelei auf den Plätzen Venedigs, und wie er an seinen Freund schrieb, saßen sie meist zu sechst nebeneinander.

Claude Monet sträubte sich lange, nach Venedig zu reisen, weil er fand, Venedig ist zu schön, um gemalt zu werden! 1908 besuchte er mit seiner Frau dann doch Venedig. Er vermochte in seinen Bildern Architektur und Wasser harmonisch zusammenzuführen. Von seinem Palazzo Barbaro und später dem Hotel Britannia aus malte er nach Stundenplan, von 8-10, 10-12, in der Mittagszeit und von 15-19 Uhr, sodass sich seine Frau in Briefen beklagte,dass er nie Zeit für sie hatte. Die drei Fassungen von Palazzo Ducale zeigen wie Monet den Augenblick festhält ohne ihn festzuhalten. Einige seiner Bilder erreichen einen Abstraktionsgrad, der nicht mehr der Augenblicksmalerei des Impressionismus entspricht.

Paul Signac war ein Bewunderer Monets, malte aber im neoimpressionistischen Stil auf Punkte aufgebaut mosaikhaft.

Odilon Redon fertigte seine Gemälde erst Zuhause nach Zeichnungen an. Er schuf ein rückblickendes räumlich und zeitlich distanziertes mystisches Venedigbild.

James Whistler präsentiert in seinen Radierungen ein intimes, unglaublich schönes Venedig, fernab der bekannten Motive. Durch Veränderungen einiger Details seiner Radierungen wurde jeder Druck zum Unikat.

John Singer Sargent setzt im Venedigbild ganz neue Akzente: er malt Menschen und Interieurs! Statt ganzer Gebäude zeigt er monumental wirkende Ausschnitte der Architektur. Das Hauptinteresse gilt dem Licht, das sich auf Säulen, Kanten und Treppenstufen legt.

Danach mussten wir uns von Venedig und seinen Malern leider verabschieden, wir werden die Bilder aber noch lange aus unserem Gedächtnis abrufen können.

Ursula Burkhardt

Museumskreis, ein Erfolgsprogramm

Das über fünfjährige Bestehen des Museumskreises des Vereins „Senioren für Andere e. V.“ gibt Anlass, einen Rückblick auf die Aktivitäten und Unternehmungen der vergangenen Jahre zu geben. Die Gründung erfolgte im Jahre 1999 mit dem Ziel, Seniorinnen und Senioren sowie auch jüngeren Teilnehmern die Möglichkeit zu geben, gemeinsam unter fachkundiger Führung Ausstellungen zu besuchen, die vorwiegend die bildende Kunst betreffen. Die Leitung des Arbeitskreises übernahm Margarethe Conradt, die diese Aufgabe bis heute mit großem Engagement erfüllt. Die Fahrten finden einmal im Monat statt, durchgeführt mit Bus. Bahn oder Stadtbahn.

Im Rückblick nach Themenbereichen der Besuche geordnet, zunächst die Archäologie! Hier wurden Troja-, Kreta-, und Tutanchamun-Ausstellungen in Karlsruhe, Stuttgart und Basel besucht. In Heilbronn sah man die Welt der Kelten und der Römer, ferner eine beeindruckende Eiszeit-Ausstellung. Unserer Zeit näher war „Das Nibelungenlied und seine Welt“ und „Europas Mitte um 1000“ in Karlsruhe und Mannheim. In Bad Schussenried veranschaulichte die Landesschau „Alte Klöster, neue Herren“ die Bedeutung der Säkularisation im deutschen Südwesten.

Was die Kunstausstellungen und hierbei zunächst die Arbeiten der Bildhauer betrifft, so begann die Reise durch die Kunstgeschichte mit Hans Seyfer in Heilbronn und Tilman Riemenschneider in Würzburg, - im Übergang von der Spätgotik zur Renaissance. In Einzel- und Künstlergruppen-Ausstellungen wurde in verschiedenen Museen eindrucksvoll die Entwicklung der Bildhauerei von Auguste Rodin im 19. Jahrhundert über Maillol, Bourdelle, Lehmbruck, Moore, Brancusi, Archipenko bis hin zu Wotruba, Baselitz und Lüpertz vor Augen geführt. Die Arbeiten von Seemann, Goertz und anderen zeitgenössischen Künstlern sieht man in dieser Region im öffentlichen Raum.

Die besuchten Ausstellungen der Maler, Zeichner und Graphiker beginnen mit Werken von Raffael in Stuttgart und von Rembrandt im Städel/Frankfurt. Delacroix, ein Vertreter der französischen Romantik, wurde in Karlsruhe gezeigt, in Schweinfurt war eine umfassende Sammlung der Kunst Carl Spitzwegs zu sehen. Der Impressionismus wurde in verschiedenen Ausstellungen mit Bildern von Pissarro, Monet, Renoir und anderen Malern veranschaulicht. Der Übergang zur modernen Kunst zeigte sich in den Werken von Cezanne, Gaugin und Van Gogh. Höhepunkt war auch der Besuch einer Picasso-Ausstellung im Museum Ludwig in Köln. Die Arbeiten der Künstlergruppen „Die Brücke“ und „Der Blaue Reiter“ zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden in einigen Museen präsentiert. Der Welt des Surrealismus begegnete man in den Arbeiten von Klee, Miró und Tanguy. Der zeitgenössischen Kunst wird Ausdruck verliehen durch Künstler wie Baselitz, Lüpertz und Penck, die sowohl als Bildhauer wie auch als Maler arbeiten.

5 Jahre Tätigkeit des Museumskreises wiesen eine positive Bilanz auf. Es wurden gut fundierte Kenntnisse über das interessante Gebiet von Kunst und Kunstgeschichte erworben oder vertieft, auch Bereiche der Geschichte und des Allgemeinwissens wurden einbezogen. Gemeinsame Interessen und gute persönliche Kontakte führen zu einer festen Gemeinschaft, die erwartungsvoll den Unternehmungen der nächsten Jahre entgegen sieht. Gäste sind jederzeit willkommen. – „5 Jahre Museumskreis“ ist der Titel einer vom Seniorenbüro – der Geschäftsstelle des Verein „Senioren für Andere“ – herausgegebenen Broschüre. (sen)

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