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Musikkreis

logo Leitung: Reinhold Birk

Musikkreis, ein Erfolgsprogramm

Der Musikkreis trifft sich jeden 2. Montag im Monat um 16:00 Uhr im Cafe des betreuten Wohnens, Cäcilienstr. 1 in Heilbronn.
Die nächsten Treffen sind am 11. Oktober, 8. November, 13. Dezember 2010 sowie am 10. Januar, 14. Februar und 14. März 2011.


FELIX MENDELSSOHN BARTHOLDY
(1809 - 1847)
Das Geburtsjahr des Romantikers Felix Mendelssohn Bartholdy, den man übrigens neuerdings wieder ohne Bindestrich schreibt, ist leicht zu merken: 1809 Mendelssohn; 1810 Chopin, Schumann; 1811 Liszt; vor dem wiederum mehrfach vertretenen Jahr 1813 entfällt 1812; 1813 Wagner und Verdi.
Felix Mendelssohn kam in Hamburg (als Sohn des Bankiers Abraham Mendelssohn und Enkel des Philosophen Moses Mendelssohn) zur Welt. Sein Vater pflegte zu sagen: "Früher war ich 'der Sohn meines Vaters', jetzt bin ich 'der Vater meines Sohnes''". Mendelssohn war neben Berlioz und Wagner der führende Dirigent seiner Zeit und trat auch als Pianist und Organist auf. In Komposition lernte er bei Carl Friedrich Zelter, der ein Freund Goethes und dessen (allzu konservativer) Musik-Mentor war. Durch dessen Vermittlung spielte Mendelssohn zwölfjährig mehrfach vor Goethe, der von dem Knaben und seinem Klavierspiel begeistert war. Mit 17 schrieb er die bedeutende Ouvertüre zu Shakespeares "Sommernachtstraum", bei der Wagner, der Mendelssohn wenig schätzte, mehr die Mücken als die Elfen tanzen hörte. Am 3.11.1829 leitete er erstmals ein Jahrhundert nach Bachs Tod dessen Matthäuspassion.
Im Winter 1830-31 lernte Mendelssohn in Rom Hector Berlioz (*1803), Frankreichs größten Komponisten, kennen, der meinte, Mendelssohn liebe die toten Komponisten zu sehr, aber von manchen Werken Mendelssohns, etwa der "Walpurgisnacht" für Chor und Orchester angetan war.
Mendelssohn organisierte später beim Besuch von Berlioz in Leipzig Konzerte mit dessen Musik, obwohl sie ihm zu wirr und avantgardistisch schien, doch er schätzte aus Berlioz' Requiem etwa das formal prägnante Offertorium, das er als Ersatz für die wegen eines unfähigen Solisten gestrichene Chorsinfonie "Romeo und Julia" von Berlioz mit dem Chor einübte, wobei sogar der sonst sehr schweigsame Schumann auf Berlioz zuging und sagte: "Dieses Offertorium übertrifft alles!" Berlioz war ein Neuerer, Mendelssohn mehr ein Bewahrer, Schumann, der beide schätzte, stand stilistisch zwischen ihnen.
Mendelssohn wirkte auch als Dirigent, Pianist und Orgelspieler und bereiste öfters England, wo er dank seines Organisationstalents Musikfeste leitete, etwa in Birmingham, wofür er, da er die Eisenbahn schätzte, Sonderzüge für Musiker und Kritiker organisierte ("Mendelssohn Specials"). Hierbei war er also modern! Als Organisator bewährte sich Mendelssohn schon in Düsseldorf, wo er ab 1833 Chefdirigent war und auch das Niederrheinische Musikfest leitete.
Schumann, der später dort wirkte und als Dirigent ungelenk und führungsschwach war, hatte es dort schwerer. Ab 1835 leitete Mendelssohn in Leipzig, wo er auch das Konservatorium gründete, das Gewandhausorchester, das damals die qualitative Spitze war.
Mendelssohn schuf 17 Sinfonien, davon zunächst 12 für Streichorchester, dann fünf für volle Besetzung, wofür die unchronologische Zählung wieder mit
"1" beginnt (1 in c-Moll, 2 = Lobgesang-Sinfonie mit Chor,
3 = Schottische Sinfonie, 4 = Italienische Sinfonie, 5 = Reformations-sinfonie mit Choral "Ein' feste Burg"), ferner (wie Schumann) einige Konzertouvertüren.
Er schrieb auch einige Opern, darunter als 15-Jähriger die von Helmuth Rilling in Stuttgart vor einigen Jahren erstmalig wieder aufgeführte heitere Oper "Der Onkel aus Boston". Außer Kammer- und Kirchenmusik entstanden Klavierwerke (u.a. "Lieder ohne Worte") und Orgelwerke, sowie Oratorien nach Bibelworten: Zunächst „Paulus", später "Elias", der auf dem Birminghamer Musikfest 1847 mit Recht zu einem der größten Uraufführungserfolge der Musikgeschichte wurde und die Behauptung widerlegt, der große Lyriker Mendelssohn habe als Meister der schönen Form kein dramatisches Talent besessen. Das Oratorium "Christus" blieb Fragment, da Mendelssohn bald nach der Vollendung des "Elias" in Leipzig verstarb. Mendelssohns Jugendwerke wirken reifer als diejenigen von Mozart, da Mendelssohn die weitaus bessere Schulbildung besaß. Doch zweifellos überragen manche späteren Meisterwerke Mozarts diejenigen Mendelssohns.
Für den Musikkreis Reinhold Birk
März 2009

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