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Zeitzeugen
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Ansprechpartnerin: Petra Schönfeld
Eine Gruppe älterer Menschen hat sich bereit erklärt, über ihre persönlichen Erfahrungen in bestimmten geschichtlichen Zusammenhängen mit Schülerinnen und Schülern zu sprechen.
Historische Ereignisse, die den jungen Menschen nur aus Büchern bekannt sind, werden durch das Berichten von selbst Erlebtem begreifbarer. |
Geschichte zum Anfassen:
Nationalsozialismus und Krieg Oral-History-Projekt der HELA für nachhaltiges Lernen
Sie wollten alles ganz genau wissen - wie es den Menschen im Zweiten Weltkrieg in ihrer Not erging, was sie erlebten, was sie fühlten, wie sie überlebten.
Michaela Jung, Geschichtslehrerin der Klasse 9 b an der Helene-Lange-Realschule, konnte nichts Besseres passieren, als solche hochmotivierten Schülerinnen und Schüler zu haben, denn sie brachten ihr Projekt selbst auf den Weg, strukturierten und setzten Schwerpunkte. In Zusammenarbeit mit dem Verein Senioren für Andere in Heilbronn gelang ihnen die Gewinnung der Zeitzeugen, die sich der Herausforderung der Jugendlichen stellten, auch auf unbequeme Fragen antworten zu sollen.
Rose Probst und Manfred Renner lebten in der Heilbronner Innenstadt, Siegfried Sauer wuchs in der Bahnhofstraße auf und Hubert Bläsi schilderte seine Eindrücke am Beispiel der badischen Städtchens Bruchsal.
Er ließ die Schüler die Zwiespältigkeit der Erfahrungen spüren, zeigte auf, wie es den NS-Propagandisten gelungen war, begeisterte Hitlerjungen hervorzubringen, die selbst noch zu Kriegsende als Flak-Helfer dem Untergang zuarbeiteten.
„Wir haben den Verein gehasst und zugleich ausgenutzt!" so umschrieb Manfred Renner seine Beziehung zur Motor-HJ. Von den meisten Teilnehmern ziemlich unreflektiert angenommen.
Er erinnerte sich an Fahrten mit dem Kettenkrad auf der Heilbronner Waldheide, für Jugendliche damals verdeckter vormilitärischer Unterricht, von den meisten Teilnehmern ziemlich unreflektiert angenommen.
„Viele sind aus Not und Hoffnung in die NSDAP eingetreten," fügte er hinzu und beschrieb damit zugleich das politische und wirtschaftliche Klima, in dem die verunsicherten Menschen keinen politischen Halt mehr fanden und „starke Worte" hören wollten.
„Hitlers Ansprachen waren wie ein Gottesdienst, heute kommt es einem lächerlich vor, damals war es fesselnd," betonte Hubert Bläsi. In welche menschlichen Abgründe die nationalsozialistische Ideologie die Völker Europas führte machten die Zeitzeugen am Beispiel des Bombenkriegs deutlich, der auch insbesondere Heilbronn beim großen Luftangriff am 4. Dezember 1944 vernichtend betraf.
Rose Probst verband damit die erlebte Todesangst als Sechsjährige im Keller der Schillerstraße 64. „Als die Bomben fielen, gingen Licht und Radio aus.
Durch den Luftdruck ließ sich vorübergehend die Fluchttüre nicht mehr öffnen, Panik entstand durch hereinfließendes Phosphor, das die Schuhe von unseren Füßen brannte."
Erst die Erschütterung durch weitere Bombentreffer öffnete die Ausgangstüre und befreite die mit ihrer Todesangst kämpfenden Menschen. Wochen und Monate später kehrten sie als „Ausgebombte" in ihre als Notquartiere hergerichteten Häuserruinen zurück.
Alle Teilnehmer empfanden Erleichterung über die Offenheit und Detailtreue der Gesprächsrunde, welche die Schüler in Anwendung angemessener Sprachkompetenz selbst geleitet hatten.
„Für die Jugend ist es wichtig, andere, schlechte Zeiten von uns, die sie erlebt haben, dargestellt zu bekommen." resümierte Rose Probst.
Dass ihnen dies als Zeitzeugen hervorragend gelungen war führte Siegfried Sauer auf die tief prägenden Wirkungen der Kriegserlebnisse zurück, die auch heute noch voll gegenwärtig seien.
Und die Meinung der Schüler? „Sehr gut," bewertete Emilia Herz spontan, und Dam Sisuntorn, der diesen Abschnitt des Geschichtsprojekts „super" fand, bestätigte, dass er einen richtigen Mitschnitt aus dem Leben der aktiven Senioren für Andere bekommen habe.
Michaela Jung dankte dem Verein, den Zeitzeugen und den Schülerinnen und Schülern.
Sie kann sich über eine engagierte Klasse freuen, die in weiteren Projektschritten ihre Begegnung mit gelebter Geschichte dokumentiert. (tg)









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